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Dreissig Speichen teilen die Nabe eines Rades und doch ist es seine Mitte, die es nützlich macht.

Aus Ton lässt sich ein Gefäss formen, doch es ist seine Leere, die es nützlich macht.

Daher wird etwas zu dem Geformt, was ist
aber seine Nützlichkeit entspringt dem, was es nicht ist.

 

      Tao Te Ching

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Meine Arbeit entsteht aus einer langen Auseinandersetzung mit Wahrnehmung, Emotion, Erinnerung und der Frage, was uns prägt – oft lange bevor wir es bewusst benennen können. Mich interessiert, wie innere und äussere Erfahrungen Spuren hinterlassen, wie sie unser Erleben formen und was davon über Beziehungen und Generationen hinweg weitergegeben wird.

Ich arbeite mit Malerei, Material und Raum. Leinen, Pigmente, Acryl, Wachs, Asche und textile Materialien sind für mich nicht nur Werkstoffe, sondern Träger von Zeit, Erinnerung und Veränderung. Ihre Oberflächen bewahren Spuren, Widerstände, Überlagerungen und Verletzlichkeit. Im Arbeitsprozess geht es mir weniger darum, eine Idee abzubilden, als Bedingungen zu schaffen, in denen etwas sichtbar werden kann, das sich einer eindeutigen Sprache entzieht.

Meine künstlerische Praxis wird von Fragen begleitet, die mich seit vielen Jahren beschäftigen: Wie entsteht Wahrnehmung? Was bleibt unbewusst wirksam? Was übernehmen wir von anderen – und was davon können wir erkennen, verändern oder neu gestalten?

Unter dem übergeordneten Rahmen Art as Legacy untersuche ich, was Menschen und Generationen weitergeben – bewusst und unbewusst, materiell und immateriell. Die Werkreihe Silent Inheritance ist Teil dieser fortlaufenden Auseinandersetzung. Sie beschäftigt sich mit Zugehörigkeit, Prägung, Wahrnehmung, bewusster Wahl und dem Moment, in dem aus übernommenen Strukturen ein eigener Weg entstehen kann.

Meine Beschäftigung mit Kunst ist eng mit meiner Neugier auf den Menschen verbunden. Wissenschaftliche, philosophische und kulturelle Fragestellungen fliessen deshalb ebenso in meine Arbeit ein wie persönliche Erfahrung, Beobachtung und Materialwissen. Sie bilden einen Hintergrund, aus dem die Werke entstehen, ohne dass diese zu Illustrationen einer Theorie werden sollen.

Ich verstehe Kunst als einen Raum, in dem nicht alles erklärt werden muss. Einen Raum, in dem Wahrnehmung langsamer werden darf, Ambivalenz bestehen kann und etwas in Beziehung tritt, bevor es begrifflich festgelegt wird.

Vielleicht interessiert mich deshalb besonders das Dazwischen: zwischen Erinnerung und Gegenwart, zwischen Prägung und Entscheidung, zwischen dem Sichtbaren und dem, was dennoch wirkt.

Meine Arbeiten wurden in der Schweiz sowie international in Europa und Asien gezeigt.

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